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Gesteinsverwitterung durch Flechten und Moose erklärt Klimaeffekte im Ordovizium
8. Juli 2016



Moose auf Gestein, Foto: Stockholm Universität
Im Ordovizium, der erdgeschichtlichen Periode vor rund 450 Millionen Jahren, betrug die Kohlendioxidkonzentration etwa das Achtfache des heutigen Niveaus. Bislang war schwer nachzuvollziehen, warum sich das Klima abrupt abkühlte und die ordovizische Eiszeit einsetzte. Eine neue, in Nature Communications veröffentlichte Studie zeigt, dass die sich ausbreitende Landbedeckung durch Flechten und Moose zur Gesteinsverwitterung führte, die durch eine erhöhte Bindung atmosphärischen Kohlendioxids dessen Konzentration abgesenkt haben könnte.

Philipp Porada, vormals Doktorand bei Dr. Axel Kleidon am Max-Planck-Institut für Biogeochemie und Erstautor der Studie, findet es besonders erstaunlich, dass gerade solche zarten Niederen Pflanzen das Klima über einen langen Zeitraum beeinflussen können.

Flechten und Moose scheiden diverse organische Säuren aus, die die Gesteinsoberfläche angreifen und chemisch verändern. Beim Verwitterungsprozess wird der Atmosphäre Kohlendioxid entzogen. Mit der globalen Verbreitung der Pflanzen im Ordovizium könnte sich dies auf das Klima ausgewirkt haben.

Die Wissenschaftler verwendeten für ihre Studien ein prozess-basiertes numerisches Modell für Niedere Pflanzen, um die Verwitterung im späten Ordovizium zu simulieren.

Originalveröffentlichung

P. Porada, T. M. Lenton, A. Pohl, B. Weber, L. Mander, Y. Donnadieu, C. Beer, U. Pöschl, A. Kleidon.
High potential for weathering and climate effects of non-vascular vegetation in the Late Ordovician.
Nature Communications, 2016; 7: 12113
DOI: 10.1038/ncomms12113

Link zur Veröffentlichung







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